www.Ural-Gebirge.ru

Die natürliche Grenze zwischen Europa und Asien (1)

Wer das Uralgebirge von Moskau kommend von der Westseite aus überquert und in der Stadt Jekaterinburg eingekehrt ist, befindet sich bereits nicht mehr auf europäischen Boden. Das 2100 Kilometer lange Mittelgebirge, welches sich von Norden nach Süden erstreckt, trennt die europäische Seite Russlands von der asiatischen Seite. Die osteuropäische Tieflandschaft endet an den Füßen des Uralgebirges.

Das Uralgebirge beginnt an der Küste der Karasee, ein Randmeer des Nordpolarmeers, das von der Inselgruppe Nowaja Semlja eingerahmt wird. Das Ende des Uralgebirges ist das Knie des gleichnamigen Flusses zwischen den Städten Orenburg und Orsk. Es besteht aus fünf unterschiedlichen Gebirgszügen.

Im Norden befindet sich der Polarural, ein schmaler Gebirgszug, der von Gletschern bedeckt ist. Daran schließt sich ein steilgratiges Gebirgsmassiv an, das als Subpolarural bezeichnet wird. Hier misst der höchste Gipfel 1 894 Meter und gehört zum Narodnaja-Berg, der sich an der Grenze des Subpolarural zum Nordural befindet.

Dieser Gebirgszug ist Quellgebiet des Flusses Petschora. In der gleichnamigen Stadt beginnt die Eisenbahnverbindung nach Workuta.  Sie ist 1941 von Gulag- Häftlingen verlegt worden.

Zur Zeit des großen stalinistischen Terrors sind viele Menschen als politische Gefangene nach Workuta gebracht worden, wo sie für den Schienenbau oder im Bergbau eingesetzt. Hier sind auch viele deutsche Kriegsgefangene ums Leben gekommen. Bei Workuta lagen riesige Gefangenenlager. Anfang der 50iger Jahre kam es hier zu einem großen Gefangenenaufstand.

Die Eisenbahnverbindung von Petschora nach Workuta dient heute überwiegend dem Transport von Kohle, Erdöl oder Holz.

Im Ural wurden seit 1941 auch viele Russlanddeutsche in den Lagern der TrudArmia, der Arbeitsarmee eingesetzt. Bis heute leben zahlreicher Russlanddeutsche zum Beispiel in der Stadt Turinsk.

Die Stadt Jekaterinburg (in der Sowjetunion in Swerdlowsk umgetauft) liegt schon im mittleren Ural. Hier wurde am 17.7.1918 die Zarenfamilie vermutlich auf direkte Anweisung Lenins und Swerdlows ermordet. Die Stadt wurde in Swerdlowsk umbenannt. Das Haus des Kaufmannes Ipatjew, in dessen Keller der Mord geschah, wurde 1977 (Boris Jelzin war Gebietsparteichef) über Nacht eingerissen und der Platz asphaltiert. Heute steht an dieser Stelle eine neue russisch-orthdoxe Kathedrale, die Blutkirche.

 

Fortsetzung: Die Gebirgszüge im mittleren Ural ...